Krankentagegeld für Versicherte

Die Krankentagegeldversicherung ist eine Verdienstausfall-Versicherung. Das heißt, sie dient dem Versicherten zum Schutz vor Einkommensverlusten, wenn er aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten kann.

Versicherte in der privaten Krankenversicherung und freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung haben nicht automatisch Anspruch auf Krankengeld. Sie müssen sich selbständig um ihre Absicherung bei längeren Erkrankungen kümmern. Eine Möglichkeit ist die private Krankentagegeldversicherung. Sie zahlt für jeden Krankheitstag eine festgelegte Summe, damit die finanziellen Verpflichtungen weiter erfüllt werden können. Der Begriff Krankentagegeld wird leicht mit dem Krankenhaustagegeld verwechselt. Die Begriffe beschreiben aber etwas Unterschiedliches. Das Krankenhaustagegeld soll weniger gegen einen Verdienstausfall absichern, sondern Zusatzkosten im Krankenhaus abdecken.

Angestellte / Selbständige

Freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten anders als Pflichtversicherte nicht immer Krankengeld. Sie können aber bei ihrer Krankenversicherung das Krankengeld extra mitversichern und zahlen dann den herkömmlichen Beitrag. Privat Versicherte, egal ob selbständig oder angestellt, erhalten gar kein gesetzliches Krankengeld. Mit der privaten Krankentagegeldversicherung ist eine Absicherung für den längeren Krankheitsfall dennoch möglich.

Höhe der Tagegeld-Leistung berechnen

Das Krankentagegeld zahlt in der Regel erst dann, wenn die Lohnfortzahlungen des Arbeitgebers nach sechs Wochen auslaufen und der Versicherte weiterhin krankgeschrieben ist. Selbständige hingegen erhalten keine Lohnfortzahlungen. Sie können individuell vereinbaren, ab wann ihr Krankentagegeld gezahlt werden soll. Wie hoch die Summe des Krankentagegeldes ausfallen sollte, kann folgendermaßen berechnet werden:

Nettoeinkommen + Sozialversicherungsabgaben = nötige Absicherung

Als Faustregel für die monatliche Mindestsumme sollten etwa 75 Prozent des Bruttoeinkommens angesetzt werden. Ein Rechenbeispiel: Das Bruttoeinkommen beträgt 4.000 Euro. Folglich sollten 100 Euro pro Tag * 30 Tage, also mindestens 3.000 Euro monatlich  abgesichert werden.

Zusätzliche Krankentagegeldversicherung für Kassenpatienten

Gesetzlich Pflichtversicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn sie nach Ablauf der Lohnfortzahlungen noch nicht arbeitsfähig sind. Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist das Krankengeld längst nicht mehr volle Lohnersatzleistung bei längerer Arbeitsunfähigkeit. Besonders empfindlich getroffen werden Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen. Denn das Krankengeld kann maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze errechnet werden. Auch Sonderzahlungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht abgesichert. Über eine Krankentagegeldversicherung als Zusatzversicherung können Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) die Lücke zwischen dem Nettoeinkommen und dem Krankengeld schließen. Sie erhalten dadurch im Krankheitsfall 100 Prozent ihrer herkömmlichen Einnahmen.

Unterschied zwischen Krankenhaustagegeld und Krankentagegeld

Die Krankenhaustagegeld Versicherung sieht ein “Extra-Bargeld” bei medizinisch notwendiger klinisch-stationärer Behandlung vor. Sie versichert also nur den Fall, dass der Versicherte einen Krankenhausaufenthalt hat. Mit der Krankenhaustagegeldversicherung lassen sich zum Beispiel Kosten abdecken, die bei einem Krankenhausaufenthalt im persönlichen Bereich zusätzlich entstehen. Zum Beispiel:

  • Stellvertreter im Betrieb
  • Haushaltshilfe
  • Zusatzkosten durch Unterbringung der Eltern bei Behandlung des Kindes