Elterngeld-Antrag: Spezielle Bedingungen für PKV-Versicherte

2007 wurde das bisherige Erziehungsgeld vom Elterngeld abgelöst. Das Elterngeld wird bis zu 14 Monate während der Babypause geleistet.

Erwerbstätige Eltern, die ihr Berufsleben unterbrechen oder ihre Erwerbstätigkeit auf höchstens 30 Stunden wöchentlich reduzieren, erhalten zwölf Monate lang einen Einkommensersatz in Höhe von mindestens zwei Dritteln des vorherigen Nettoeinkommens, höchstens jedoch 1.800 Euro. Zwei Partnermonate werden zusätzlich als Bonus gewährt, wenn auch der Partner wegen der Kindererziehung seine Erwerbstätigkeit einschränkt oder unterbricht. Der Mutterschutz und das damit einhergehende Beschäftigungsverbot bis acht Wochen nach der Geburt bleiben davon unberührt.

Das Elterngeld erkennt die eigene Betreuungsleistung und Erziehung durch die Eltern an. Deshalb ist Eltern, die nicht voll erwerbstätig sind, ein Mindestbetrag in Höhe von 300 Euro garantiert, auch wenn vor der Geburt keine Erwerbstätigkeit bestanden hat. Eltern mit kleinen Einkommen und Eltern von Geschwisterkindern werden besonders berücksichtigt. Ist das Einkommen kleiner als 1.000 Euro netto monatlich, kann ein Einkommensersatz von bis zu 100 Prozent bezogen werden; der Prozentsatz wird gleitend erhöht. Für je zwei Euro unter der maßgeblichen Grenze steigt die Ersatzrate um 0,1 Prozentpunkte. Das Elterngeld sollte bei der zuständigen Elterngeldstelle bis spätestens drei Monate nach der Geburt beantragt werden, da es nur maximal drei Monate rückwirkend gezahlt wird.

Neuerungen in der Berechnung ab 2013

Seit 2013 wird nicht mehr das Nettoeinkommen vor der Geburt für die Berechnung des Elterngeldes zugrunde gelegt. Es wird nun anhand des Bruttoeinkommens berechnet, von dem pauschal 21 Prozent für die Sozialversicherungsabgaben abgezogen werden. Dieser Wert liegt allerdings um einen dreiviertel Prozentpunkt über den tatsächlichen Sätzen. Dadurch verringert sich die für die Berechnung maßgebliche Summe und demnach auch das Elterngeld. Diese Einbuße beträgt jedoch im Durchschnitt nur sieben bis zehn Euro im Monat.

Außerdem wird die Lohnsteuer vom Bruttoeinkommen abgezogen. Somit können Eltern das Elterngeld mit einem rechtzeitigen Wechsel der Steuerklassen erhöhen. Hierbei kann das Nettoeinkommen des elterngeldbeziehenden Elternteils erhöht werden und somit auch das Elterngeld. Dieser Wechsel muss allerdings spätestens sieben Monate vor der Geburt vollzogen werden, da die Steuerklasse zugrunde gelegt wird, die in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt länger eingetragen war.

Besonderheiten im Zusammenhang mit der privaten Krankenversicherung

Gesetzlich Versicherte sind als Bezieher von Elterngeld beitragsfrei versichert, wenn sie vor der Geburt des Kindes pflichtversichert waren. Versicherte der PKV müssen dagegen weiterhin ihre Beiträge zahlen. Einige private Versicherer bieten ihren Kunden allerdings eine Verringerung des Beitragssatzes zugunsten einer höheren Selbstbeteiligung an. Dies kann dann bei anschließender Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder rückgängig gemacht werden.

Voraussetzungen für den erfolgreichen Antrag auf Elterngeld

  • Deutsche Staatsangehörigkeit, mit Wohnsitz in Deutschland,
  • Sie sind ein Elternteil, oder das Kind wird von Ihnen betreut und erzogen,
  • Erwerbstätigkeit maximal 30 Stunden pro Woche,
  • Es gibt natürlich noch viele andere Konstellationen, bei denen das Elterngeld gezahlt wird. Dazu wenden Sie sich bitte an die zuständige Elterngeldstelle.